Jahr: 1836

Männerl und Trommerl

Ei Trommerl is kei Männerl und es Männerl is kei Trumm. Die Tronamerl is gar klug und das Männerl is gar dumm. Die Trommerl is gebunden und ‘s Männerl is gestellt; Und die Trommerl bleibt sitzen, wenn’s Männerl auch fällt Und ‘s wüthend Männer!, das schlägt sie und ‘s klein Trommerl, das klingt, Und ‘s […]

An den Vater | | 1836


Empfindungen

Nimmer kann ich ruhig treiben Was die Seele stark erfaßt Nimmer still behaglich bleiben, Und ich stürme ohne Rast And’re mögen nur sich freuen, Wenn’s so recht zufrieden geht, Mögen Glückwunsch sich erneuen, Beten nur ihr Dankgebet. Mich umwogt ein ewig Drängen, Ew’ges Brausen, ew’ge Gluth, Kann sich nicht in’s Leben zwängen, Will nicht ziehn […]

Buch der Lieder (2. Teil) | | 1836


Die Geister (Ballade. An Jenny)

„Ach! wär’ ich nur ein Zaubermeister!” So wünscht’ ich: gleich erschienen Geister, Gekettet wie durch Zauberband „Bringt mir Sie her, ich muß erliegen Schwelg’ ich nicht gleich in ihren Zügen, Geht’ bringt Sie mir aus fernem Land!” „Es klopfen meine Pulse alle in hoch verrätherischem Schalle, Sie melden, daß das Leben kämpft Sich von mir […]

Buch der Lieder | 1836


Nachtliebe

Preßt sie krampfhaft an’s Herz, Schaut so dunkel in’s Auge: «Viellieb, brennt Dich Schmerz, Bebst, bebst meinem Hauche!» «Hast getrunken die Seele Mein! mein, Deine Gluth! Glänz’, meine Juwele, Glänz’, glänz’ Jugendblut!» «Holder, schaust so bleich, Sprichst so wunderselten, Sieh’, wie sangesreich Zieh’n am Himmel Welten!» «Ziehen, Liebchen, ziehen, Glüh’n Sterne, glüh’n! Hinauf! hinauf dann […]

Wilde Lieder | 1836


Spielmann streicht die Geigen (Der Spielmann)

Spielmann streicht die Geigen, Die lichtbraunen Haare sich neigen, Trägt einen Säbel an der Seit’, Trägt ein weites, gefaltet Kleid. «Spielmann, Spielmann, was streichst Du so sehr, Spielmann, was blickst Du so wild umher? Was springt das Blut, was kreist’s in Wogen? Zerreiß’t Dir ja deinen Bogen.» «Was geig’ ich Mensch! Was brausen Wellen? Daß […]

Wilde Lieder | | 1836