Wunsch

Du sprichst mit vielen Lauten Und Worte strömen hin Die selber sich verzehren Die rasch von dannen fliehn O! samm’le sie und schreibe Auf wenig Pergament, Und schick‘ sie mir hinüber Der sehnend danach brennt Ich will an’s Herz sie drücken, Sie halten liebewarm, Mein Zimmer damit schmücken das sonst so todt, so arm. Sie … Weiterlesen …

Vorwurf

Durch meiner Lieder Reihen Schwebst Du harmonisch hin Nicht brauch‘ ich sie zu weihen, Von der sie zu mir ziehn. Wie Sehnen und wie Bangen Treibt’s mich in Bild und Wort Zu tragen mein Verlangen An fernen Himmelsort Und Du, die mir bereitet, Das rastlos süsse Wehn, Die’s tief in’s Herz geleitet, Willst Trost mir … Weiterlesen …

Sturm

Es braust der Sturm da draussen, In dumpfem Nebeldampf Und Abgeschied’ne hausen, Zu stilln den Seelenkampf. Sie dürfen sich ergiessen, In’s weite, weite All, In Ströme prasselnd fliessen, Vergehn in Sturmes Schall. Mir blizt noch durch die Wangen Ein jugendliches Blut, Und möcht‘ mich dennoch hangen An Sturmeskampf und Fluth. Denn die mir Lieben und … Weiterlesen …

Die Mutter (Ballade)

Sie hält den zarten Knaben Wohl in dem Arme fest, als wollt‘ allein sie haben, Den sie am Busen preßt Sie blickt so still und wonnig Das Antlitz hold verklärt Das Auge glüht so sonnig, Von Liebe großgenährt Sie ist so ganz versunken, In seinem süssen Bild, Sie lacht, so zärtlich trunken, Sie scherzt, so … Weiterlesen …

Der Knabe und das Mägdlein (Ballade)

Ein Knabe und ein Mägdlein, Die hielten sich im Arm Die preßten sich so bebend So ungestümm und warm. Der Knabe sprach: „ich ziehe In fernes, fernes Land, Und lasse diese Rosen Als meiner Liebe Pfand!“ Das Mägdlein steckt verschämet, An’s warme Herz sie hold Das Auge war bethränet, Und funkelte, wie Gold Dann zogen … Weiterlesen …

Todschmerz

Stürzten nur die Wogen In Riesenfall und Bogen, Mit Allgewalt, Ohn‘ Wiederhalt, Sich meinem Wunsch entgegen Drängten sich auf mich hin Ich würde mich nicht wegen, In kühnem Wagbeginn Alles würd‘ ich wagen, Mit Wind und Welle mich schlagen, Und es siegte der Muth, Die Riesengluth Sie müßten ertrinken, Die sich entgegengethürmt, Sie müßten im … Weiterlesen …

Umwandelung

Mein Auge schaut so irre, Die Wange ist so bleich Der Kopf ist mir so wirre, Ein wunderliches Reich Ich wollt‘ in kühnem Wagen Hinsegeln keck in’s Meer, Wo tausend Felsen ragen, Und Fluthen, hohl und leer Ich hielt mich am Gedanken, An seinem Flügelpaar, Und mocht mich Sturm umranken, Ich trozte der Gefahr Ich … Weiterlesen …

Lied eines Schiffer’s auf der See.

„Ihr möget spielen, ihr möget schlagen Und hüpfen um meinen Kahn Ihr müßt ihn zum Ziele tragen Ihr seid mir unterthan.“ „Und gleich ’nem schnellenden Pfeile, So flieh ich durch’s Wasserland, Und trotz, der stürmischen Eile Entflieht nur nicht Ufersrand.“ „Da warten sie. alle, die Lieben, Bis der Kühne heimgekehrt, Den Wind und Welle so … Weiterlesen …

Traum

Noch ein Gedanken Dann mag mich umranken Traum und Nacht Bis ich erwacht So dacht‘ ich, als ich sinnend, Des Abends so stille saß, Aus mir selber alles gewinnend, Steine und Welten vergaß Ich dacht‘ ihn tief in der Seele, So rein und ohne Fehle, Dann fielen die Augen zu, Mich umhüllte Todtesruh‘ Und als … Weiterlesen …

Das Gespenst (Ballade)

Da oben steht ein Schloß, Da oben in dem Thal, Uralter Zeit Genoß, Erglänzt’s im Sonnenstrahl. Es blickt so still verlassen, Herab vom hohen Sitz, Kann nicht den Wechsel fassen, Und nicht Vernichtungsblitz. Und in ihm wohnt ein Greis, In langem Silberhaar Der lebt in ew’gem Gleis, So still und wunderbar. Und vor ihm liegen … Weiterlesen …