Die wilden Lieder des jungen Marx

| 2018

Die wilden Lieder des jungen Marx“Wilde Lieder” , so hieß die erste Veröffentlichung von Karl Marx überhaupt. Das war im Januar 1841, da war er keine 23. Die mehrfach preisgekrönte Gruppe DIE GRENZGÄNGER veröffentlicht zum 200 .Geburtstag von Karl Marx eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl aus den vielen hundert Liedtexten und Gedichte der “wilden Lieder”, die Marx im Alter von 18 Jahren als junger Student in Bonn schrieb.

Aus einer außergewöhnlichen Perspektiven entsteht so das Bild einer Jugend in Deutschland am Vorabend der 1848er Revolution. Die CD erscheint am 27. April und ist überall im Handel erhältlich.

 



"Die wilden Lieder des jungen Marx" im Archiv:

Die Zerrissene

Und Jahre zogen herüber, Die Wangen fielen ein, sie wurde still und trüber, Sank mehr in sich hinein Vergebens sucht sie zu kämpfen, Zu stillen den tiefen Schmerz, die Riesengewalten zu dämpfen, Es springt das volle Herz Sie lag einst wieder versunken Im Bette ohne Rast, Schien schon im Nichts ertrunken, Vom Schlage tief erfaßt. […]

Weltgericht

Ach! vor jenem Totenleben Vor der Heil’gen Preißgesang Muß mein Haar sich sträubend beben Ist mir in der Seele bang Denn, wenn alles abgeschnitten Aufgehört der Kräfte Spiel und versunken, was wir litten und erreicht das letzte Ziel Soll’n wir Gott, den ew’gen loben, Hallelujah ewig schrein, Haben nie genug erhoben, Kennen nicht mehr Lust […]

Gedichte und Lieder von Karl Marx

Karl Marx hat als Student mit ca. 18 Jahren hunderte von Gedichten und Liedtexten geschrieben, selbst Theaterstücke sind darunter. Diese Gedichte und Lieder hat er in Büchern versammelt, die er Jenny von Westphalen bzw. seinem Vater gewidmet hat. Auf dieser Webseite sind diese Lieder zusammengetragen. Die Gruppe “Die Grenzgänger” hat anlässlich des 200. Geburtstags von […]

Spielmann streicht die Geigen (Der Spielmann)

Spielmann streicht die Geigen, Die lichtbraunen Haare sich neigen, Trägt einen Säbel an der Seit’, Trägt ein weites, gefaltet Kleid. «Spielmann, Spielmann, was streichst Du so sehr, Spielmann, was blickst Du so wild umher? Was springt das Blut, was kreist’s in Wogen? Zerreiß’t Dir ja deinen Bogen.» «Was geig’ ich Mensch! Was brausen Wellen? Daß […]

Vorwurf

Durch meiner Lieder Reihen Schwebst Du harmonisch hin Nicht brauch’ ich sie zu weihen, Von der sie zu mir ziehn. Wie Sehnen und wie Bangen Treibt’s mich in Bild und Wort Zu tragen mein Verlangen An fernen Himmelsort Und Du, die mir bereitet, Das rastlos süsse Wehn, Die’s tief in’s Herz geleitet, Willst Trost mir […]

Empfindungen

Nimmer kann ich ruhig treiben Was die Seele stark erfaßt Nimmer still behaglich bleiben, Und ich stürme ohne Rast And’re mögen nur sich freuen, Wenn’s so recht zufrieden geht, Mögen Glückwunsch sich erneuen, Beten nur ihr Dankgebet. Mich umwogt ein ewig Drängen, Ew’ges Brausen, ew’ge Gluth, Kann sich nicht in’s Leben zwängen, Will nicht ziehn […]

An Jenny (Sonette)

Jenny! Ist das hohe Gut mein eigen, Süsses Seelenwesen, liebst Du mich? Ha! Dein Geisterbusen hebet sich, Und die zarten Purpurlippen schweigen! Sollte sich der Himmel niederneigen, Der schon längst aus meiner Seele wich, Weggescheucht von Geistern fürchterlich; Und in Dir sein schönstes Kleinod reichen? Fieberisch verwirrte Traumgestalten, In der Nächte Dunkel eingehüllt, Wußten sich […]

Männerl und Trommerl

Ei Trommerl is kei Männerl und es Männerl is kei Trumm. Die Tronamerl is gar klug und das Männerl is gar dumm. Die Trommerl is gebunden und ‘s Männerl is gestellt; Und die Trommerl bleibt sitzen, wenn’s Männerl auch fällt Und ‘s wüthend Männer!, das schlägt sie und ‘s klein Trommerl, das klingt, Und ‘s […]

Karl Marx Lieder

“Wilde Lieder” , so hieß die erste Veröffentlichung von Karl Marx überhaupt. Das war im Januar 1841, da war er keine 23. Die mehrfach preisgekrönte Gruppe DIE GRENZGÄNGER veröffentlicht zum 200 .Geburtstag von Karl Marx erstmals eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl aus den vielen hundert Liedtexten und Gedichte der “wilden Lieder”, die Marx im Alter von […]

Fünfzehn Pfennige

Das Mägdlein will ein Freier hab’n, Und sollt sie’n aus der Erde grab’n, Für funfzehn Pfennige. Sie grub wohl ein, sie grub wohl aus, Und grub nur einen Schreiber heraus Für funfzehn Pfennige Der Schreiber hatt’ des Geldes zu viel Er kauft dem Mädchen, was sie will Für funfzehn Pfennige Er kauft ihr einen breiten […]

Schiller meint er sei leidlich gewesen

Schiller, meint er, sei leidlich gewesen Hätt’ er nur mehr in der Bibel gelesen Seine Glocke sei gar ein trefflich Gedicht Enthielt es nur noch die Auferstehungsgeschicht Und wie auf einem Eselein Christus zog in die Stadt hinein Auch sollt’ er dem Wallnstein hinzu noch fügen Von Davids Sieg und Philisterzügen Göthe sei für Frauen […]

In seinem Sessel, behaglich dumm

In seinem Sessel, behaglich dumm, Sizt schweigend das deutsche Publikum. Braust der Sturm herüber, hinüber, Wölkt sich der Himmel düster und trüber, Zischen die Blitze schlängelnd hin, Das rührt es nicht in seinem Sinn. Doch wenn sich die Sonne hervorbeweget, Die Lüfte säuseln, der Sturm sich leget, Dann hebt’s sich und macht ein Geschrei, Und […]

Gnomenlied

Wir pochen, wir hämmern, Im Morgen und Dämmern, Mit Kunst und Macht; Und ziehen geschäftig, Betriebsam und kräftig Die Werke der Nacht. Ihr Elfen mögt prangen Mit Wind und Verlangen, Ihr kennt nicht das Land, Das tiefverschlossen Glanzübergossen Vor allem stand Hier schwellen die Räume Wie schimmernde Träume, Von Edelgestein; Hier lodert’s von Blitzen, Die […]

Das Gift

Honig prangt an Deinen Händen Und ich küßt’ ihn rasch hinweg Mir die Seele zu entwenden Waren viel Dämonen reg Ach! das süsse Gift drang weiter, In die volle Brust zu ziehn Und das Auge sonst so heiter, Mußte Schwermuth nun umfliehn Hast Du mir das Gift gegeben, Süsse, holde Zauberin, So nimm ganz mir […]

Wunsch

Du sprichst mit vielen Lauten Und Worte strömen hin Die selber sich verzehren Die rasch von dannen fliehn O! samm’le sie und schreibe Auf wenig Pergament, Und schick’ sie mir hinüber Der sehnend danach brennt Ich will an’s Herz sie drücken, Sie halten liebewarm, Mein Zimmer damit schmücken das sonst so todt, so arm. Sie […]