Bricht dein strahlendes Auge
Erwachen

Erwachen

An den Vater | | 1836 |

Bricht dein strahlendes Auge
Entzückt und bebend
Wie wallender Saitenton
Der gebannt an der Lyra
Sinnend geschlummert
Empor durch den Schleier
Urheiliger Nacht,
Dann blitzen von oben
Ewige Sterne
Liebend hinein

Du versinkest bebend
Es klopft Dein Busen
Du schaust unendliche
Ewige Welten,
üher Dir, unter Dir,
unerfaßbar, unendbar
Schwebend im Reihentanz
Rastloser Ewigkeit
Und ein Atom
Versinkst du im Weltall

Dein Erwachen
Ist unendliches Aufgehn
Dein Aufgehn
Ewiger Fall

Schlägt Deiner Seele
Rieselnde Flamme
In die eigene Tiefe
In den Busen zurück
Dann taucht unabgrenzbar
Von Geistern gehoben,
Getragen von süssem
Schwellendem Zauberton
Der Seele Geheimniß
Empor aus der Seele
Dämonischem Abgrund

Dein Untersinken
Ist unendliches Aufgehn,
Dein unendliches Aufgehn
Ist mit bebenden Lippen
Vom Aether gerötheter,
Flammender, ewiger
Liebkuß der Gottheit.