Mein Streben

So vieles ist geschrieben, Geheimnißvoll und tief Wie Leben aufgetrieben Aus Nacht, wo’s bange schlief. So viele Flammen zeigen Enthüllt das weite All, Wie sich die Sterne reigen, Wie schafft des Lebens Schall. Und ich will’s nimmer lesen, Verzichte gern darauf, Will nicht darin genesen, Laß Sternen ihren Lauf. Ich will nur wenig Worte, Dahin … Weiterlesen …

Klage

So muß ich nichtig ringen Im heissen Seelenstreit Zu Dir hinanzudringen Von Fesseln kühn befreit Mir wird kein Liebeszeigen Kein einzig, gütig Wort Und Deine Lippen schweigen, Und meine Gluth brennt fort Bis sie im Nichts verrauchet So unbefriedigt leer, Bis ich den Geist verhauchet Der einst so Liebehehr. Und meiner Seele Zweige, Sie streben … Weiterlesen …

Abendstunde

Die Lampe brennt so stille, Und wirft mir milden Schein Sie scheint mit mir zu klagen, Als kennt‘ sie meine Pein Sie sieht mich stets so einsam, In meine Brust versenkt Wenn tiefe Geistgestalten Die Phantasie erdenkt Sie scheinet selbst zu ahnen, Daß ihr armflackernd Licht Vor einer Gluth versinket, Die aus dem Busen bricht. … Weiterlesen …

Der Lampe Licht

Als ich müd‘ und hingesunken Auf das Lager schlummernd fiel Tief in Ahnungsgluth ertrunken In dem Herzen krankes Spiel Lispelt leise noch die Lippe Meiner kleinen Lampe zu: „Schaust ja, wie ein Geistgerippe, Bring‘ die arme Seel‘ zur Ruh!“ Und mit einem leisen Hauche, Löscht‘ ich schnell die Flamme aus, Sie entstieg in dünnem Rauche, … Weiterlesen …

Glöckner´s Turmlied

Es wanket, es bebet, Der Thurm, der Thurm, In Gewitter und Sturm Der Staub, er hebet, Sich prasselnd empor Und umhüllt mit Schauer Die Kuppel und Mauer In dunkelem Flor. Ha! Häuser erzittern, Die Seele graut, Das Auge schaut, Und weint vor den Splittern, Die losgeprallt, Nach Freiheit ringen Und dumpf erklingen, Daß es weithin … Weiterlesen …

Meine Welt

Welten können nicht mein Sehnen stillen, Keines Gottes Zaubermacht, Höher als sie alle ist mein Willen, Der im Busen stürmisch wacht Zög‘ ich in mich aller Sterne Glühen, Aller Sonnen Licht und Strahl, Nicht belohnt fühlt‘ ich mein kühnes Mühen, Nicht gestillt der Wünsche Zahl Hin! in ungemeß’nem Kampf und Streiten, Wie ein ferner Talisman, … Weiterlesen …

Die zwei Sterne (Rätsel)

Es wohnen weit in Himmelsferne Zwei goldumstrahlte, süsse Sterne Die ewig voneinanderfliehn Die ewig sich entgegenziehn Sie strecken aus die lichten Schwingen, Damit sie einst zusammenklingen, Und dennoch ziehn sie weg die Hand, Sobald verknüpft erscheint ihr Band. Kannst, Jenny, Du die Sterne nennen? Doch will ich treulich Dir bekennen, Wir sind wohl nicht damit … Weiterlesen …

Lied an die Sterne

Es tanzen eure Reigen In Schimmer und in Strahl Und eure Bilder steigen Und schwellen ohne Zahl Hier bricht die schönste Seele, Hier springt das vollste Herz, Und gleich ’nem Goldjuwele Umfaßt es Todtesschmerz. Es hebt zu euch die Augen, Mit dunkler Allgewalt, Und will da Hoffnung saugen Und Ewigkeitsgehalt. Doch ach! ihr glüht nur … Weiterlesen …

Das Gift

Honig prangt an Deinen Händen Und ich küßt‘ ihn rasch hinweg Mir die Seele zu entwenden Waren viel Dämonen reg Ach! das süsse Gift drang weiter, In die volle Brust zu ziehn Und das Auge sonst so heiter, Mußte Schwermuth nun umfliehn Hast Du mir das Gift gegeben, Süsse, holde Zauberin, So nimm ganz mir … Weiterlesen …

Empfindungen

Nimmer kann ich ruhig treiben Was die Seele stark erfaßt Nimmer still behaglich bleiben, Und ich stürme ohne Rast And’re mögen nur sich freuen, Wenn’s so recht zufrieden geht, Mögen Glückwunsch sich erneuen, Beten nur ihr Dankgebet. Mich umwogt ein ewig Drängen, Ew’ges Brausen, ew’ge Gluth, Kann sich nicht in’s Leben zwängen, Will nicht ziehn … Weiterlesen …