Alle Gedichte von Karl Marx

Glöckner´s Turmlied

Es wanket, es bebet, Der Thurm, der Thurm, In Gewitter und Sturm Der Staub, er hebet, Sich prasselnd empor Und umhüllt mit Schauer Die Kuppel und Mauer In dunkelem Flor. Ha! Häuser erzittern, Die Seele graut, Das Auge schaut, Und weint vor den Splittern, Die losgeprallt, Nach Freiheit ringen Und dumpf erklingen, Daß es weithin […]

Buch der Lieder (2. Teil) | | 1836


Gnomenlied
Lied der Gnomen

Wir pochen, wir hämmern, Im Morgen und Dämmern, Mit Kunst und Macht; Und ziehen geschäftig, Betriebsam und kräftig Die Werke der Nacht. Ihr Elfen mögt prangen Mit Wind und Verlangen, Ihr kennt nicht das Land, Das tiefverschlossen Glanzübergossen Vor allem stand Hier schwellen die Räume Wie schimmernde Träume, Von Edelgestein; Hier lodert’s von Blitzen, Die […]

Buch der Lieder | | 1836


Harmonie (An Jenny)

Kennst Du das süsse Zauberbild Wo Seelen in einander fliessen In einem Hauche sich ergiessen Melodisch voll und freundlich mild? Sie glühen auf in einer Purpurrose, Und bergen sich verschämt in weichen Moose. Und walle weit durch Flur und Land, Und walle weit durch Flur und Land Das Zauberbild wirst Du nicht finden, Kein Talisman […]

Buch der Lieder | 1836


Hat ein Gott mir alles hingerissen
Des Verzweiflenden Gebet.

“Hat ein Gott mir alles hingerissen Fortgewälzt in Schicksalsfluch und Joch Seine Welten — alles — alles missen! Eines blieb, die Rache blieb mir doch” „An mir selber will ich stolz mich rächen, An dem Wesen, das da oben thront, Meine Kraft sei Flickwerk nur von Schwächen, Und mein Gutes selbst sei unbelohnt!” „Einen Thron […]

An den Vater | | 1836


Hatten die Deutschen sich einmal aufgemacht

Hatten die Deutschen sich einmal aufgemacht Es gar bis zum Völkersiege gebracht Und als das nun vorübergewesen Da konnt man an allen Ecken lesen „Es seien gar wunderbar Dinge geschehn, Man werde bald auf drei Beinen gehn.” Das thät nun alle gewaltig grämen, Begannen sich vor sich selber zu schämen, „Sei doch zu vieles auf […]

An den Vater | | 1836


Ich hab’ die Nacht geträumet

Ich hab’ die Nacht geträumet Wohl einen schweren Traum, Es wuchs in meinem Garten Ein Roßmarienbaum. Ein Kirchhof war der Garten, Ein Blumenbeet das Grab, Und von den grünen Bäumen Fiel Kron’ und Blüthe ab. Die Blüthe thät ich sammeln In einem goldnen Krug; Der fiel mir aus den Händen, Daß er in Stücke schlug. […]

Volkslieder | 1839


Im Frühlinge

Uffem Berge möcht i ruhe Imme Thale wandlen au, (auch) Möcht au alliwil (allweil) mi Dörfli 0 mi lustig Dörfli g’schau. (schauen) Aus der Quelle möcht ich trinke, Lösche dort mi heiße Durst Möcht au schlofen auf de Matten, An der grüne, kühle Hurst. (Strauch, Gebüsch) Lugen möcht’ ich durch das Fenster, Ob mich’s Meieli […]

Lieder in allemannischer Mundart | Volkslieder | 1839


In seinem Sessel, behaglich dumm
Epigrame

In seinem Sessel, behaglich dumm, Sizt schweigend das deutsche Publikum. Braust der Sturm herüber, hinüber, Wölkt sich der Himmel düster und trüber, Zischen die Blitze schlängelnd hin, Das rührt es nicht in seinem Sinn. Doch wenn sich die Sonne hervorbeweget, Die Lüfte säuseln, der Sturm sich leget, Dann hebt’s sich und macht ein Geschrei, Und […]

An den Vater | | 1836


Juchhe! unsa Pfarra hat’s Küssen aufgebracht,

Juchhe! unsa Pfarra hat’s Küssen aufgebracht, Und i und mein Regerl haben’s glei nachi gemacht.

Österreichische Volkslieder | 1839


Klage

So muß ich nichtig ringen Im heissen Seelenstreit Zu Dir hinanzudringen Von Fesseln kühn befreit Mir wird kein Liebeszeigen Kein einzig, gütig Wort Und Deine Lippen schweigen, Und meine Gluth brennt fort Bis sie im Nichts verrauchet So unbefriedigt leer, Bis ich den Geist verhauchet Der einst so Liebehehr. Und meiner Seele Zweige, Sie streben […]

Buch der Lieder (2. Teil) | | 1836


Alle Gedichte von Karl Marx